Parodontitis

Ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt führt sie zum Zahnverlust in Folge des Knochenabbaus und der Lockerung der Zähne. Die eigentliche Therapie von Parodontitis ist erst nach einer Phase der Vorbehandlung sinnvoll, sonst ist der Langzeiterfolg gar nicht möglich.


Zur Vorbereitungsphase gehören bei uns:


  • das Erlernen der richtigen Putztechnik und ihre Übung (geschieht 2 – 3 mal in der Praxis unter den wachsamen Augen unserer Prophylaxehelferin )
  • Motivation des Patienten, dem es bewusst sein muss, dass er den entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der Entzündung und der Zahnerhaltung selbst leisten muss
  • Zahnreinigung


Die Initialtherapie (Anfangstherapie)

Sie besteht darin, durch möglichst schonendes Entfernen von Plaque, Speiseresten und Zahnstein, eine Intensivierung der häuslichen Mundhygiene zu erreichen. Hervorgerufen durch Schmerzen bei der Berührung mit der Zahnbürste wurde die Pflege der Zähne stark vernachlässigt. Zum Teil extreme Blutungen bei geringsten Berührungen verunsichern die Patienten stark. Ziel der Gingivitis Therapie ist es, Schwellung und Bluten der Gingiva (Zahnfleisch) zu stoppen.

Mundhygiene Instruktion

Nach Entfernen sämtlicher Reize - Beläge, Plaque, aber auch kariösen Stellen (Löcher), kieferorthopädischen Apparaten und überstehenden Füllungen oder Kronen - und auch nach einer professionellen Zahnreinigung folgt zwingend die Unterweisung in unterstützende Pflegemaßnahmen für zu Hause. Höchst effektiv ist neben der Zahnbürste die Reinigung durch Zahnseide und Interdental Bürsten (für den Zahnzwischenraum). Die richtige Anwendung erfordert aber intensives Training.


Parodontitisbehandlung

Der Vorbehandlung schließt sich die Reinigung und Glättung der Wurzeloberfläche. Dies geschieht unter lokaler Betäubung und wird mit Hilfe von Ultraschall und kleinen Handinstrumenten durchgeführt – die sogenannte Taschenreinigung von harten Belägen (Konkrementen) und Bakterien.. Die Heilungsphase - Dauert ca. 6-8 Wochen. Es folgt eine Kontrollmessung der Taschentiefen.

In den meisten Fällen (85%) endet hier die Behandlung mit dem Verschluss der Zahnfleischtaschen. Bei einen kleinen Gruppe der vorbehandelten Parodontien ist eine Chirurgische Therapie erforderlich. Diese Behandlung beinhaltet die chirurgische Reduktion der Resttaschen und unter Umständen Knochenaufbaumaßnahmen, entweder mit eigenem Knochen oder mit Knochenersatzmaterialien.

Etwa 5 % der betroffenen Patienten sprechen auf die oben beschriebenen Maßnahmen nicht an. Hier liegt eine schwere bakterielle Infektion vor. Für die Erkennung dieser Bakterienstämme ist ein Bakterientest notwendig - unter Umständen ist die Einnahme von speziellen Antibiotika notwendig.

Bei etwa 2% aller parodontitiskranken Patienten, ist diese Krankheit trotz guter Putztechnik, durchgeführter Therapie und guter Nachsorge sogar aus heutiger Sicht nicht therapierbar. Zu den Faktoren, die dies beeinflussen können, gehören: Rauchen!, nicht eingestellte Diabetes, Stress und Vererbung.


Vorbeugende Maßnahmen
Wichtig ist, dass die in der Vorbehandlungsphase erlernte Zahnputztechnik weiterhin – auch nach Abschluss der Behandlung beibehalten wird. Niemand ist jedoch imstande, Belagsrückbildung gänzlich zu vermeiden. Deswegen empfehlen wir professionelle Zahnreinigung, die mindestens einmal im Jahr und individuell sogar bis alle 4-8 Wochen durchzuführen ist.